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Kadett C
Die Opel Kadett C Geschichte
Technische Daten Kadett C
Prospekte / Berichte Kadett C


Kadett C

Lange Zeit war der VW-Käfer das Maß aller Dinge, bis Opel den langersehnten Käfer-Killer Nachfolger des seit 1965-1973 gebauten B-Kadett in Form eines Opel Kadett C auf den Markt brachte! Eigentlich sollte er ja bereits ende 1970 erscheinen aber, die damaligen Zeiten waren mehr als nur einfach für die Deutsche Bevölkerung. Eine heftige Grippewelle forderte zu dieser Zeit über 2000 Todesopfer!! Auch im Ausland ging es mehr als turbulent zu.

Was eigentlich als Kadett C geplant war, erscheint 1970 als Ascona bzw. Manta A, um der in der Mittelklasse vorherrschenden Konkurrenz Einhalt bieten zu können. Der Kadett C erscheint erst ab dem Sommer 1973 nach 3-jähriger Entwicklungszeit.

Die Opelaner wollten bewusst von den bisherigen US-Einflüssen in der Karosseriegestaltung Abstand nehmen. Es gelang ihnen bereits schon mit dem Rekord D, daran fehlten die enorm Schwingenden Blechflächen so wie der beim Kadett B ausgeprägte Schwung über der Hinterachse! Ganz im Zeichen der europäischen Karosseriebauer wurde beim Kadett C eine betont glatte Form, niedriger Gürtellinie und recht großer Fensterfläche bevorzugt. Er sollte sich ja schließlich optisch von der Ascona, Manta Baureihe deutlich abheben. Jedoch täuschte der erste Eindruck so manchen Interessenten. Der Neue Opel Kadett C ist sogar zu manch seiner Verblüffung über 2 cm in die Länge gewachsen. So das er es mit dem Ascona A aufnehmen konnte. Auch wenn er dabei in der Höhe um 2,5cm geschrumpft war.

Das Frontblech des Kadett C mit seiner vorgezogener Unterkante das wie ein moderner Spoiler wirkte oder wie bei der 1. Version mattschwarz lackierten Kofferraumrückwand gaben dem Kadett C im Detail bereits eine sportliche Note. Dank dieser kleinen Details sprang die damalige Werbeindustrie sogleich auf die sportliche Schiene auf. Sie dichteten dem C-Kadett eine schnittige, rassige Form im Verkaufsprospekt an. So das die Blicke der Leute förmlich am Wagen hingen blieben!

Opel Kadett C Technik

Die Technik des neuen Kadett folgte den seit Jahren bewährten Vorgaben. Obwohl sich die Opel-Ingenieure sogar an einen Frontantrieb oder einer hinteren Einzelradaufhängung experimentierten, blieb alles letztlich doch beim alten. Es hatte vier Gründe:

  • 1. hatten die Bosse von Opel auch ein Wörtchen mitzureden, die natürlich auf möglichst geringen Entwicklungskosten achteten, so das sich der Neue möglichst günstig produzieren lässt;
  • 2. musste man darauf achten das er sich im Opelwerk an den Fliesbändern integrieren lies, da es sich ja bereits bei den seit 1970 gebauten Ascona und Manta A um bekanntlich ähnlich konservativen Modellen handelte.
  • 3. war der Kadett C das erste Auto von Opel das von vornherein in den gesamten GM Werken in der ganzen Welt mit den dort üblichen Motoren und Getriebe ausgestattet werden sollte. Sowie z. B. in Japan bei Isuzu, in England bei Vauxhall oder bei Holden in Australien. So etwas klappte Anfang der 70er Jahre mit einem schlicht konstruierten Abtrieb eben besser als mit einen zur damaligen Zeit komplizierteren Fronttrieblers.
  • Das war auch sogleich eigentlich der letzte und 4. Grund warum man ihn auch in Deutschland mit den damaligen Bewährten Techniken und Antrieben versah.

Die Basismotorisierung des Opel Kadett C entsprach den Vorgänger Modellen. In dem von den Opel-Ingenieuren bemessenen, mehr als großen Motorraum fand der klassische OHV-Motor, der aus dem Vorgänger Kadett B stammte, seinen geräumigen Platz. Zunächst gab es in nur als 1,2 Liter Ausführung. In der Normalbenzinversion gibt der langerprobte Vierzylinder nun 52 PS ab, man konnte nach kurzer Zeit aber auch eine Superbenzinvariante mit 60 PS ordern. Jedoch nur gegen Aufpreis. Die vier Gänge wurden direkt mit einer aus dem Getriebe wachsenden Riesen Mittelschalthebel sortiert. Auch dieses Manko konnte man gegen 109 Mark Aufpreis beseitigen. Es wurde vor allem beim Kadett C Coupe oder mit SR-Ausstattung in Form einer Sportschaltung, die um einiges kürzer, dicker und mittels Zahnräder im Getriebe war, zur Freude der Fahrer beseitigt.

Opel Kadett C Modelle

Das Fahrgestell entnahm man fast baugleich dem Ascona A. Im Hinteren Bereich fand eine die bereits im Kadett B verbaute Deichselstarrachse mit Schraubfedern seinen Platz. Um das Fahrverhalten des Opel Kadett C zu verbessern stehen die Stossdämpfer nun senkrecht und nicht mehr schräg in den Radhäusern. Man verzichtete wie die beim Kadett A eingeführte kostengünstige Querblattfeder-Aufhängung. Im Gegenzug wurde die im Ascona A eingeführte Doppelquerlenker-Achse mit Schraubenfedern eingebaut. Weil die Querblattfeder nun der Doppelquerlenk-Achse weichen musste hatte jetzt auch der Basis-Kadett C eine Selbststabilisierung an der Vorderachse.

Der Kofferraum des C-Kadett ist gegenüber seinen Vorgänger etwas in den Abmessungen geschrumpft. Beim Opel Kadett C Coupe war er aufgrund der Kofferraumhaubenform noch ein wenig größer als bei der als 2 und 4-türigen erhältlichen Limousinen Ausführung.

Die beiden an den C-Säulen montierten Lüftungsgitter brachten so manchen Tankwart zur Verzweiflung. Den nur das rechte der beiden Gitter lies sich zum befüllen des des Tankes öffnen.

Als Handwerkerauto gab es auch eine 2-Tür Variante. Nämlich den Opel Kadett C Caravan! Er hat noch die vom Vorgänger bekannte Hinterachse mit den Stoßdämpfern die schräg eingebaut waren. Um eine durchgehende Ladefläche zu erzielen, lag der Benzintank unter dem Laderaum. Zum großen Leid der Handwerker gab es allerdings nur 2 Ausführungen, einen Basis sowie eine L Ausstattung. Leider musste man auf die sonst bekannte SR Paket verzichten.

Trotz der optisch zierlichen wirkenden Front gibt es auch in dem Innenraum viel neues zu Verzeichnen. Sie ist vor allem in der Breite zugunsten der neuen Bestuhlung gewachsen. So das man auch im Gegensatz zum Vorgängermodel (Flachmännern) eine weitere Reise erholsam und zufrieden zurück legen konnte. Auch am Armaturenbrett des Opel Kadett C hat sich so einiges zur vollsten Zufriedenheit der Autotestern geändert. Man konnte endlich die Licht und Scheibenwischeranlage nicht mehr wie gewohnt an den (Klaviertasten) sondern an einem Kombihebel links am Lenkrad betätigen. Gegen Aufpreis von 50 Mark konnte man auch per Hebel das Scheibenwasser anstatt mit einer neben dem Kupplungspedal befindlichen Gummiballs heraus sprühen.

Durch den gewonnen Platz konnte man auch mit dem damals Modernen Schuhwerk die Pedale hervorragend bedienen. Nicht zu vergessen sind die drei gut ablesbaren, chromringlosen blendfreien Rundinstrumente des Kadett C. Negativ ist aber laut den Fachtestern die Fehlende Handschuhfachabdeckung. Wenn man die 52 Pferdchen spontan loslässt purzelt alles heraus. Was spart man nicht alles um einen Wagen Preiswert zu machen.

Negativ ist auch die mehr als mager anmutenden Reifen-Felgen Kombinationen. Die schäbigen 12-Zoll Felgen bestückt mit windigen 6,00-12 Diagonalreifen. Dagegen kommen ja die 13-Zöller mit 155 er Gürtelreifen enorm zum Vorschein. Natürlich wiederum nur gegen Aufpreis. Gesalzene 238 Mark musste man damals auf den Tisch legen.

1973 wurde so manch einer eines besseren belehrt, der glaubte ein 4-meter Auto mit 800 Kilo und 1,2 Liter Hubraum sei Untermotorisiert. Der ahnte noch nicht was die bevorstehende Ölkrise 1974 für Folgen hatte. Sonntagsfahrverbot, Benzinpreise weit über 80 Pfennig pro Liter Benzin. Auf diesen Schock hin dachte Opel an seine Kunden. Es musste ein noch sparsamerer Opel Kadett her. Man hatte ja bereits schon einmal im Hause Opel einen sparsamen 1,0 Liter Motor mit 40 PS im Kadett A verbaut. Er strotze zwar nicht grade von sportlichen Temperament aber dafür brauchte man ja auch einen Liter auf 100 km des teuren Benzin weniger. Obendrein sparte sich man noch 28,80 Mark an Steuern.

Verständlicher Weise ist die Anzahl der Sparwütigen nicht so gros. Insgesamt wurden nur knappe 53914 Kadett C 1,0 verkauft. Ein verschwindend kleiner Teil gegenüber der Gesamtstückzahl. 1975 endete der Vietnam-Krieg und somit sinkt auch wieder der Ölpreis. Diese Entwicklung erkennt Opel frühzeitig. Es werden am Markt mehr Autos benötigt. Opel macht druck und entwickelt eine vierte Karosserie des C-Kadett. Der City ist geboren. Auch andere Automobilhersteller wie z.B. VW schlafen nicht und bringen den Golf auf den Markt.

Der C-Kadett City erfüllte zu damaliger Zeit den Trend, Autos zu bauen die ein Schrägheck und bis zum Dach reichende Heckklappe hatten.

Er hatte zwar nicht soviel Kofferraum wie die Stufenheckversion zu bieten, aber dafür eine nach obenhin weit aufschwingende Heckklappe, das schon in den Werbungen den Frauen es enorm erleichterte ihre Einkaufstüten zu verstauen. Durch seine ungewöhnlich schicke Form hatte er viel Pluspunkte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten aus Wolfsburg ergattern können. Er schaffte eine stolze Umsatzzahl von 263090 Exemplaren.

Opel Kadett C Motorsport

Für die sportliche Männerwelt lies sich Opel natürlich auch etwas einfallen. Man verzichtete darauf den OHV - Motor zu frisieren. Man backte die Sache gleich richtig an. Opel brachte den C-Kadett mit dem heute noch wuchtigen und für so manch Konkurrenten einem einschüchternden Namen Kadett GT/E auf den Markt. Vor allem für den Motorsport wurde der 1975 verstärkte Vierzylinder CIH Motorenbaureihe im Coupe eingebaut. Mit der Unterstützung von BOSCH-JETRONIC bringt der 1,9 Liter H-Motor 105 PS.

Auch bei der Wahl der Bereifung sparte man bei Opel dieses mal nicht. Er rollte mit 5,5 Zoll breiten Sportstahl Felgen und 175/70 Breitreifen von Band. Auch im Innenbereich weisen der Drehzahlmesser und die Zusatzinstrumente auf den gewaltigen Motor des Kadett C hin. Wiederum gegen Aufpreis gibt es ein Fünfgang Sportgetriebe, teilsperrbares Differential mit noch kürzerer Untersetzung für den Heckantrieb. Durch letzteres wurde einseitiges Durchdrehen der Antriebsräder vorgebeugt . Das brachte durch beherztes Gasgeben in so manch einer Kurve die Ehefrauen zum schreien.

Kompromisse musste man leider auch eingehen. Die Benzinpumpe des Opel Kadett C befand sich im Heck des Fahrzeuges, die bei langsamer Fahrt oder bei stand hörbar war. Auch das Fahrverhalten wurde wegen den dickeren Stabilisatoren und den Bielstein-Gasdruckdämpfern etwas holpriger. Dafür entschädigte der Beschleunigungswert von 0 auf 100 unter 10 sek. Genauer gesagt bei 9,8 sek. Das lies natürlich die Konkurrenz vor allem die aus Wolfsburg erneut aufschreien. Somit erhält der Kadett C GT/E 1976 Konkurrenz aus Wolfsburg. Der erste Golf GTI kommt auf den Markt. Seit diesen Zeitpunkt sind die Lager der Autofreunde in zwei Hälften geteilt. Die eine Golf GTI und die andere Opel Kadett C GT/E.

Opel schlägt prompt zurück. 1977 erhält der GT/E mit 105 PS gleich zwei Nachfolger. Beide sind mit einem 2.0 Liter CIH Triebwerk und Einspritzung ausgestattet. Der Kadett mit diesem Triebwerk erhält die Bezeichnung Opel Rallye und verfügt über 110 PS,mit einer für damalige Verhältnisse sportliche hervortretende Ausstattung. Der zweite Nachfolger war nicht nur um 5 PS stärker motorisiert als der Opel Rallye, er war gleichzeitig auch mit einem 5-Gang Sportgetriebe ausgestattet. Die Felgen Komposition wuchsen außerdem auf satte sechs Zoll breite Sportfelgen. 17000 Mark musste man für so einen 115-PS-Traum ausgeben. Obwohl man für das gleiche Geld bereits einen Commodore erhalten konnte wurde die Limitierte Auflage des auf 1000 Einheiten in Gelb-Weiß lackierten GT/E2 zügig ausverkauft. Als Opel diesen Andrang nach dem neuen Kadett mitbekam, schossen sie gleich noch einmal 500 Exemplare nach.

Selbst nach dieser Nachlieferung gab es immer noch erheblich große Nachfrage. So das Opel weitere Bestellungen für den GT/E2 entgegen nahm. Dieses mal bekam man ihn auch an jeder beliebigen Farbe. 1977 wurde der Erfolg von den Verkaufszahlen von einer Serie von Mordanschlagen überschattet. Die Rote Armee Fraktion nahm unter der Führung des Kommando Ulrike Mainhof Rache für die Inhaftierten Führungskräfte. Die sich ihr Leben hinter Gittern nahmen. Unter den ermordeten Zivilisten befanden sich der Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Arbeitgeberverbandspräsident Hans Martin Schleyer sowie Großbanksprecher Jürgen Ponto.

Des weiteren blieb die Konkurrenz von Opel ebenfalls nicht tatenlos. Sie erhöhten die Stückzahl ab 1974 als Käfer-Nachfolger und Anti-Kadett erschienen Golf 1. Daraufhin bot Opel eine erweitetere Motorenpalette. Mit dem 1,6 S und 75 PS bot Opel dem Golf 1 der nur 1500 ccm und 70 PS Leistung brachte die Stirn.

Zunächst gab es diese Variante nur in den Limousinen den Kadett-Coupes und in den seltensten Karosserie Version, dem Aero. Diese Karosse bestand zu wesentlichen Teilen aus dem 2-Türigen Stufenheck Limousine mit einer Art Überrollbügel, die bei der Fabrik BAUR 1976 produziert und zum verkauf angeboten wurde. Der Kadett Aero hatte ein herausnehmbares Targadach, das mit Hilfe von einem kleinen Klappdächlein aus Kunststoff verschlossen wurde. Leider gab es für diesen Kadett C keine recht große Nachfrage, somit erklärt sich auch die Schwache Anzahl von 1332 Stk.

Opel hat sich ja von je her schon für den Motorsport begeistert, so das es auf der Hand lag das sie einen weiteren Kandidaten für den Motorrennsport 1975 auf der IAA präsentierten. Der Nachfolger für den im Rallyesport erfolgreichen Ascona 19 SR. Opel musste bevor sie wieder richtig angreifen konnten einige Hürden überwinden wie z.B. für die Spezialtourenwagen Gruppe 2 über 1000 Fahrzeuge im Jahr Produzieren, und für die Gruppe 1 sogar 5000 Stück pro Jahr.

Opel wollte an seine Versprechungen Wort halten und brachte den Kadett C GT/E mit sage und schreibe 204 PS in einem 2,0 Liter mit 4 Zylinder auf die Strecke. Kein geringerer als Walter Röhrl brachte das Kraftpaket im Jahre 1976 in Monte Carlo hinter den bis dahin in der Serie vorherrschenden Lancia Stratos auf den vierten Gesamtplatz. Die Gegner konnten froh sein, das der Kadett nicht die gewohnte Zuverlässigkeit im Rennalltag bewies. Leider war der Antriebsstrang der brachialen Kraft nicht gewachsen. Dennoch schaffte der Werksfahrer Röhrl zu Saisonende einen Fantastischen 2 Platz hinter den Fiats.

Leider ergab die neue Saison 1977 nicht den erwünschten Erfolg. Wieder einmal musste Opel und Walter Röhrl mit den Ausfällen des GT/E leben, solange bis Walter Röhrl zu Lancia überlief und Opel sich wieder auf ihren standfesten und bewährten Zweiventiler verlassen konnten. 1978 kam Opel mit Ford gemeinsam wieder auf den 2 Platz hinter Fiat.

Leider baute Opel nach 1979 keinen Coupe mehr. Der wurde mehr schlecht als recht vom Kadett D abgelöst. Auch das Folgende Modell Astra F konnte im Rennsport nicht die Siege wie der Kadett C GT/E feiern.


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