Musikalisch gehehen war das Jahr 1965 sehr im Trend. So stürmten Roy Orbison
mit „Oh Pretty Woman“ oder auch Drafi Deutscher mit „Marmor, Stein und Eisen
bricht“ mit Liedern, die man noch heute gerne hört, die deutsche Hitparade.
In den Adam Opel Werken stand man auch nicht still und so löste im September
1965 die nächste Modellgeneration den Kadett A ab.

Bereits in der Konstruktion wurde das Augenmerk auf bessere Platzverhältnisse
als bei seinem Vorgänger gelegt. So kam der Kadett B auch zu seinen gewölbten
Scheiben.
Die technischen Neuerungen hielten sich zur Markteinführung noch im
verborgenen. Nur die neue Karosserie, die 12-Volt-Elektrik und die im Vergleich zu seinem Vorgänger gesteigerte Motorleistung, kündeten den Aufbruch zu neuer Technik an.
Die Fahreigenschaften verbesserten sich allerdings erst mit dem B2, einer
überarbeiteten Version, die Ende 1967 auf dem Markt kam. Diese Modelle erkennt
man an den 2 fehlenden Öffnungen unter dem Kühlergrill und den schmalen
Rücklichtern. Jedoch unterscheidet sich der B1 nicht nur durch diese optischen
Merkmale. Technisch war der B1 mehr ein „facegelifteter“ Kadett A.

So wurde in den B1 noch die aus dem Kadett A bekannte Hinterachse verbaut.
Diese Konstruktion verband den Motor über eine in einem Stützrohr verlaufende
Kardanwelle mit der Hinterachse. Das Stützrohr diente gleichzeitig als
Aufhängung dieser und entlastete so die beiden Zweiblattfedern.
Auch im Innenraum waren noch die starken Parallelen zum Kadett A erkennbar.
So war z.B. des Armaturenbrett und die sichtbaren Metallteile noch in Wagenfarbe
lackiert.
Die Modellvielfalt in der der neue Opel Kadett angeboten wurde sucht noch bis
heute seines Gleichen.
So wurde der
Opel Kadett B1 als 2- und 4türige Limousine und CarAvan jeweils in
Standart und Luxus Version, sowie als Kiemen Coupe` L angeboten. Zur Einführung
standen drei Motorisierungen zur Auswahl, ein 1100N, ein 1100S(uper) und der
1100SR für den Kadett Rallye. Das Kiemen Coupe´ ist als B1, oder später nur kurz
gebaut, als B2 durchaus ein seltenes Modell geworden. Alle Kadett wurden mit
voll synchronisierten 4-Getrieben ausgestattet. Auf Wunsch konnte mit Ausnahme
des 1100N auch ein 3.Gang Automatikgetriebe in Verbindung mit Scheibenbremsen
geordert werden.
Der Opel Kadett B2 erschien Ende 1967 in Standard, L und in den LS Versionen. Der
LS war eine Limousine mit einem Coupe` oder einer Fastback Karosserie.
Die L und LS Versionen sind an den Chromrahmen der Seitenscheiben und den
Radlaufchromleisten erkennbar. Weiter waren bei dieser Ausstattung Extras wie
Scheibenwischerintervall, Zigarettenanzünder, Zusatzscheinwerfer und
unterschiedliche Polsterungen serienmäßig.
Übrigens: Als Opel Kadett B L und LS war das Coupe dem Kadett Rallye, das Fastback dem
Olympia vorbehalten. Der Olympia A sollte die Lücke zwischen dem Kadett und dem
Rekord füllen.
Der Kadett B2 erschien Ende 1967 mit etlichen Verbesserungen. So bekamen alle
Modelle serienmäßig die Bremsanlage des Rallye. Auch eine neue Hinterachse
sorgte nun wie bereits erwähnt für besseren Fahrbahnkontakt. Auch im Innenraum
geht man auch auf Nummer Sicher und so bestückt den Kadett jetzt ein
Ledergenarbtes Polster Armaturenbrett. Auch ging die Sitzlehnen-Verriegelung der
Vordersitzlehne beim Zweitürer in Serie.
Mit vollem Elan arbeitete man auch bereits vom ersten Moment an einem CarAvan.
Der Opel Kadett B Caravan avancierte zum größten Kombiwagen seiner Klasse. Alle
Verbesserungen der Limousine kamen auch dem Caravan zugute, der als Drei- und
Fünftürer zu bekommen war. Der CarAvan war in den USA, von Buick verkauft, sehr
erfolgreich.
Der Erfolg den Opel mit seinen schnittigen Coupes hatte wollte man natürlich
in der Kadett B Serie fortführen. Mann wollte den Opel-Fans etwas dynamisches
und spritziges bieten, und Gab sich so mit der Coupe` Variante alle Mühe. In der
Grundversion gab es das Coupé mit 1,1 Liter Hubraum . Angeboten wurde diese
Ausführung von 1965 bis 1970.
Bis 1971 produzierte Opel das LS-Coupé mit 55PS und auch das SR-Coupé mit
stolzen 68PS. Alle S- und SR-Motoren hatten Fallstromvergaser und eine
Drehstrom-Lichtmaschine.
Mit dem Kadett B Rallye gelang Opel ein exklusives Sportcoupe`. Markenzeichen
des Rallye waren ein Lenkrad in Holzimitation, ein kurzer Sportschaltknüppel,
breite Sportfelgen, ein Bremskraftverstärker und Zusatzinstrumente. Bei diesem
Anblick in den Schaufenstern war es um das Sparschwein mancher Kunden schlecht
bestellt!
 |
|
1100N
1078 ccm
45 PS
1100S
1078 ccm
55 PS
(höhere Kompression und Zweirohrauspuffsystem)
|
|
 |
|
1100 SR
1078 ccm
60 PS bzw. 68PS
Unterschiede zum 1100S:
höhere Kompression, zwei Solex Fallstromvergaser
|
|
 |
|
Weitere Motorisierungen:
1492 ccm mit 58 PS
1698 ccm mit 75 PS
1897 ccm mit 90 PS
|
|
Ab 1967 wurde der Rallye auch mit dem aus dem Rekord C bekannten 1900-S-Motor
angeboten. Dieser Motor verhalf dem Kadett zu Fahrleistungen auf Sportwagen
Niveau. So brachte dieses Modell sportliche 166km/h auf den Tacho. Der Kadett B
Rallye machte bei Sporteinsätzen seiner Bezeichnung als Sportwagen alle Ehre.
Während dessen schwang man in den Opel Design Studios schon wieder den
Bleistift. Man arbeitete bereits am Nachfolger des Kadett B.
Als jedoch der Erzrivale aus Köln den Escort und den Capri mit großem Erfolg
präsentierten, wuchs der Druck auf die Entwicklungsabteilung. Opel ging in die
Offensive und ihr Kadett Nachfolger wurde mit den größeren Motoren versehen. So
entstand ein PS starkes Auto welches man gezielt über den Kadett stellen wollte.
Dieser Wagen sollte sich vom Kadett abheben, und so entstand aus der Not 1970
der Ascona A.
Durch Abänderungen an der Coupé Version, unter anderem durch eine längere
Schnauze, ein anderes Heck und runderen Rücklichtern wurde der Manta A fast
Zeitgleich fertig gestellt. Dieser sollte den potenziellen Kunden den Capri
madig machen.
So erklärt sich auch warum der Kadett B 8 Jahre in der Verkaufsliste blieb,
was eher ungewöhnlich für diese Zeit war.
Im Zuge der Einführung des Ascona A 1970 wurde der Olympia eingestellt. Mit
ihm verschwand auch das Fastbackmodell.
Nach der „kleinen Modellpflege“ 1970, war der Kadett auch mit 1200 ccm und
den aus dem Rekord bekannten Motoren mit 1500ccm und 1700ccm zu haben.
Zeitgleich wuchs die Bereifung bei diesen Modellen von 12 Zoll auf 13 Zoll.
Das Sondermodell „Holiday“ glänzte serienmäßig nicht nur in Metallic -blau,
-grün oder -braun sondern auch mit vielen Extras wie z.B. Nebelscheinwerfern,
Stahlsportfelgen, schwarze Seitenstreifen, beschlagfreier Heckscheibe und
Sportlenkrad.
Der Kadett „Sport“ war eine Sportversion des Kadett 1200 mit mattschwarzen
Seitenstreifen, und Sportspiegeln. Ein Sportfahrwerk und Zusatzscheinwerfer
zusammen mit dem Sportlenkrad aus dem Rallye Kadett sorgten für ein wahrliches
sportliches Ambiente.
Der Kadett B war ein Verkaufsschlager, er lag sogar eine Zeit vor dem VW
Käfer auf dem 1. Rang der Neuzulassungen.
Bis zum Produktionsende im Juli 1973 wurden 2 610 650 Einheiten gebaut. 103
633 davon waren Rallyes.
Damit war die Kadett B Baureihe eine der erfolgreichsten von Opel.