Die Fahrzeugabmessungen und Leistungspotenziale der Opel
Flaggschiffe wuchsen ständig. Als Konsequenz klaffte zwischen dem Rekord und
der aktuellen KAD-A Baureihe eine Lücke. Diese konnte der Opel Rekord C zwar
vom Raumangebot schließen, doch waren PS-starke Fahrzeuge bereits Mitte der
60er Jahre in Mode gekommen. Die KAD-A Modelle mobilisierten aus den V8
Motoren bereits 190 PS. Das Coupe war sogar mit einem 5,4 Liter V8 und
stolzen 230 PS lieferbar.
Der 1966 im Rekord C eingeführte 2,2 Liter Sechszylinder
mit 95 PS vermochte diese Lücke nicht zu schließen. Abgesehen vom
Sechszylinder-Prestige gab es wenige Argumente sich für diese Motorisierung
zu entscheiden. Hatte der Wagen ja nur 5 PS mehr als der Rekord 1900S und
war dabei noch deutlich schwerer.

Um den Konkurrenten Mercedes und BMW in der gehobenen
Mittelklasse Paroli bieten zu können musste ein deutlich leistungsstärkeres
Modell her. Das neue Modell sollte eine eigene Identität erhalten. Und so
gab Opel-Chefingenieur Hans Mersheimer die Parole: "Wir wollen wieder links
fahren" Als Motivation für seine Mannschaft aus.
Der neue Wagen sollte Kunden den Aufstieg in die
Sechszylinder-Klasse ermöglichen, die eventuell von der riesig anmutenden
KAD- Reihe eher abgeschreckt wurden.
Der im Frühjahr 1967 als Coupe, sowie als 2- und 4-türige
Limousine vorgestellte Commodore basierte auf der Karosserie des Opel Rekord
C.
Durch einen anderen Kühlergrill, einer Alublende zwischen
den Rückleuchten, zusätzliche Chromleisten, Holzapplikationen im Innenraum
und Fünflochachsen mit anderen Radkappen und Zierringen war jedoch deutlich
vom „vierzylindrischem Bruder“ zu unterscheiden.
Das Fahrwerk wurde fast unverändert übernommen. Lediglich
durch zusätzliche Stabilisatoren und einer überarbeiteten Lenkung
unterschied es sich zum Rekord C.
In der Basis-Version verfügte das neue Modell über einen
neuen Sechszylinder mit 2,5 Liter Hubraum und 115 PS.
Zunächst wird der Opel Commodore auch mit dem bekannten
2,2 Liter Motor aus dem Rekord angeboten. (Wahrscheinlich hatte man noch
eine Reihe Bauteile im Regal)
Dieser Spar-Commodore wurde allerdings nur knapp über
1300 Stück verkauft, und bereits nach einem Produktionsjahr wieder
eingestellt.
Serienmäßig leitet der Commodore seine Leistung über ein
Vierganggetriebe an die Hinterräder weiter. Die aufpreispflichtige
Zweigang-Automatik wird bereits 1968 durch eine deutlich sportlichere
Dreistufen-Automatik abgelöst. Selbst ein Fünfgang Schaltgetriebe war
bereits beim Opel Commodore A erhältlich.
Doch der Markt verlangte eindeutig nach mehr
Motorleistung! Ende 1967 konnte der Opel Commodore auch als 2500 GS
bestellt werden. Durch eine höhere Verdichtung, einem Spezialzylinderkopf
und einer Doppelvergaseranlage leistete der GS satte 130 PS. Mit einem
Drehmomentplus von 10% zerrte dieser bereits merklich vehementer an den
Rädern.
Weitere Merkmale waren Sportstahlfelgen, der
Commodore-Schriftzug mit roten GS Buchstaben, die auch am mattschwarzen
Kühlergrill zu finden waren, und mattschwarze Flächen unterhalb der
Chromleiste am Heck sowie der Doppelrohrendtopf . Für ein sportlich straffes
Fahrverhalten sorgten härtere Federn. Im Innenraum wiesen Zusatzinstrumente
mit Öldruckmesser, Amperemeter, sowie ein Drehzahlmesser auf die sportlichen
Ambitionen dieses Wagens hin.
Mit neuen Motorisierungen wurde das Leistungsspektrum
1970 noch weiter erhöht.
Der im neuen GS/E verbaute 2,5 Liter Motor erhielt die
elektronisch gesteuerte Einspritzung Bosch D-Jetronic, mit deren Hilfe der
Motor nochmals 20 PS zulegte. Mit einer Beschleunigung von 9,3 Sekunden von
0 auf 100km/h und einer Spitzengeschwindigkeit jenseits der 200 km/h braucht
sich der Wagen auch heute nicht zu verstecken.
Der Vergasergespeiste Commodore GS war fortan auch mit
dem 2,8 Liter H Motor aus den KAD-Modellen mit 145 PS und dadurch mit
Fahrleitungen auf GS/E Niveau zu haben. (Bei Automatikgetriebe serienmäßig)
Wer sportliche Autos verkaufen will bedient sich gerne
des Motorsports. So profitierte die Baureihe natürlich von den
motorsportlichen Erfolgen, die in der Werbung gelegentlich aufgegriffen
wurden.
So wurden in der gesamten vierjährige Bauzeit 156.497
Opel Commodore A an den Mann gebracht.
69% der Käufer griffen zum Basismodell
25% entscheiden sich für die stärkeren GS-Versionen
6% leisten sich den sportlichen GS/E
Die Mehrheit der Opel Commodore-A-Käufer wählt die
viertürige Limousinenkarosserie (72.597 Stück), nur unwesentlich weniger
griffen zum Coupé (70.333 Stück).
Nur insgesamt 8,6% aller Commodore A werden als
zweitürige Limousine gekauft (13.567 Stück).
Motorsport:

Mit einem maximalen Hubraum von 2,5 Liter war man in der
Tourenwagengruppe 2 nicht konkurrenzfähig. Um dieses Problem zu lösen kam
der 2,8 Liter H Doppelvergasermotor mit 145 PS wie gerufen. Dieser ließ sich
im Einklang mit dem Reglement auf 3 Liter Hubraum aufbohren. Und so wurde
der Vergaser-2800er zur ersten Wahl.
Die beiden bekanntesten Opel-Tuner, Steinmetz und
Irmscher brachten den Commodore auf bis zu 250 PS und mehr.
Besonders die meist gelb-schwarz lackierten
Steinmetz-Commodore lehrten die BMW, Porsche und Ford Capri RS auf den
Rennstrecken das Fürchten.
Sogar ab Werk bot Opel mit dem 2800 GS eine Basis
Variante für private Motorsportler an.
Die ausschließlich als zweitürige Limousine lieferbare
Motorsportversion wurde mit einem eng gestuften Sportgetriebe, einer
direkteren Lenkübersetzung, Sperrdifferential, Schalensitze vorne, einer
Verbundglas-Frontscheibe und natürlich einer mattschwarz lackierten
Motorhaube dem Rennsportanforderungen angepasst.
Um bei diesem Wagen Gewicht zu sparen bestanden Heck- und
Seitenscheiben aus Kunststoff, Zier- und Anbauteile, überflüssige
Innenverkleidungen und die Heizung fielen ebenfalls der Gewichtsoptimierung
zum Opfer.
Zu dieser Basis war umfangreiches Zubehörmaterial bei den
einschlägigen Tuningbetrieben, insbesondere bei Steinmetz und Irmscher
erhältlich.
Dort konnten zum Beispiel ein Sportfahrwerk mit kürzeren
Federn und anderen Aufhängungsgummis, sowie härteren Dämpfern, oder auf den
jeweiligen Einsatz angepasste Achsübersetzungen und Rennbremsen geordert
werden. Natürlich wurden auch Kotflügelverbreiterungen, breitere Felgen und
Rennreifen angeboten. Auch konnte der Motor noch dem Leistungshunger des
Fahrers angepasst werden. (je nach finanzieller Möglichkeit natürlich...)
Somit war es kein Wunder, dass die getunten Commos bald
auf allen erdenklichen Rennstrecken Heimisch wurden.